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Traumland Australien - Gina berichtet

Ihr Lieben, 

 

den folgenden Blogbeitrag hat Gina uns kurz vor Ihrer Abreise nach Australien zugesandt. Wir danken Dir liebe Gina und wünschen Dir für Deine Zukunft alles GUTE.

 

Ich bin Gina und wurde gebeten euch hier ein wenig an meinen Erlebnissen in Down Under teilhaben zu lassen. Da sag‘ ich doch nicht Nein! Und ich dachte mir, dass es vielleicht ganz gut wäre einfach mal die meist gestellten Fragen zu beantworten. Also, here we go!

 

„Na, wie war’s?“

 

Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass es sich eher schwierig gestaltet ein ganzes Jahr in ein paar kurze Smalltalk-Sätze zu verpacken. Im großen Ganzen kann ich aber sagen: Herausfordernd & unglaublich schön.

 

Nachdem wir fünf Monate in Cairns (einem Touristenort im Nordosten) gearbeitet haben, ging es für uns auf unseren zweimonatigen Roadtrip. Zuerst ins Outback zum weltbekannten Ayers Rock, hoch nach Darwin, die Westküste runter bis nach Perth und von dort an der Südküste entlang nach Melbourne. Nach vier Monaten Arbeit in der „lebenswertesten Stadt der Welt“ ging es die Ostküste entlang zurück nach Cairns, dann per Flugzeug nochmal für ein paar Tage nach Sydney – und dann waren 12 Monate auch schon vorbei.

 

21.000km sind wir durch Australien gefahren – mit unserem eigenen, alten, aber doch noch sehr leistungsstarken Auto. Das ist eine größere Distanz als die Flugstrecke von Sydney nach Hamburg. Wir sind an Stränden stecken geblieben, weil das Einstellen des Vierradantriebs sich als echte Herausforderung herausgestellt hat. Wir haben Koalas und Kängurus gesehen  und saßen mit einer der giftigsten Spinnen der Welt an einem Tisch. Wir sind mit Walhaien durch den indischen Ozean geschnorchelt und haben Delfine in Shark Bay beobachtet.

 

Aber wir haben auch sehr hart gearbeitet, teilweise bis zu 60 Stunden in der Woche - und auch meinen 23. Geburtstag habe ich mit 14 Stunden Arbeit „gefeiert“. Aber was uns immer motiviert hat, war, dass wir damit einige Wochen, sogar Monate unterwegs sein konnten. Dieses Gefühl der absoluten Freiheit ist einfach unbeschreiblich. Dann gab es nur uns, das wenige Hab & Gut, das wir hatten und die wunderschöne Natur Australiens.

 

„Wo habt ihr gewohnt?“

 

Für unsere Aufenthalte in Cairns und Melbourne haben wir uns ein privates Zimmer in einem Sharehouse gemietet. Wir haben mit drei bis fünf anderen Reisenden in einem Haus gelebt und uns Badezimmer und Küche mit ihnen geteilt.

 

Während wir auf Reisen waren, war unser Auto nicht nur fahrbarer Untersatz, sondern auch unser „Schlafzimmer“. Dank einer Holzkonstruktion im Kofferraum, umgeklappten Rücksitzen und einer guten faltbaren Matratze war es für uns super einfach jeden Abend unser Bett aufzubauen.

 

„Hattet ihr denn gar kein Heimweh?“

 

Doch, und wie! Für mich waren vor allem die ersten Monate schwer. Dass ich Weihnachten das erste Mal in meinem Leben nicht zuhause und nicht mit meiner Familie verbrachte, gab meiner Abenteuerlust vor allem im Dezember einen kleinen Knick.

 

Doch je mehr wir gereist sind und je mehr tolle, liebe Menschen wir kennenlernen durften, desto weniger wurde auch das Heimweh. Wir lernten Australien fast ausschließlich von seinen schönsten Seiten kennen und unsere kleine „Ersatzfamilie“ fing uns auch an schlechten Tagen immer wieder auf.

 

„Wie geht es jetzt für euch weiter?“

 

Mein Freund und ich haben jetzt einige Wochen die Zeit in Deutschland mit unseren Freunden und unserer Familie genossen. Ich arbeite außerdem seit Ende September in meinem gelernten Beruf als Erzieherin, allerdings mit befristetem Vertrag.

 

Denn die Rückflüge nach Australien sind schon gebucht. In einigen Tagen geht es auf noch unbestimmte Zeit zurück nach Down Under. 

 

Fakt ist:

 

Auf der anderen Seite der Erde scheint die Zeit sich schneller zu drehen. Denn, rückblickend betrachtet, kommt es mir nicht so vor als wären wir wirklich ein Jahr weg gewesen. Whatsapp, Skype & Co. machten es uns einfach mit unseren Liebsten in Kontakt zu bleiben und irgendwie kamen uns unsere Familie und Freunde gar nicht SO weit weg vor.

 

Was ich euch noch sagen möchte:

 

Traut euch! Wenn ihr auch nur einen Funken Abenteuerlust in euch habt, spart ein wenig Geld und dann setzt euch ins Auto oder bucht euch einen Flug. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der eine Reise bereut hat. Es muss ja auch kein ganzes Jahr sein und auch nicht das andere Ende der Welt. Denn, wie ich letztens mit ein paar Freundinnen „festgestellt“ habe: Australien ist wirklich echt verdammt weit weg.

 

Aber ein paar Monate Auszeit, eine neue Kultur, eine vielleicht fremde Sprache und kein bekanntes Gesicht – Das kann Wunder wirken, die Sichtweise auf das bisherige Leben verändern und dir ganz neue Möglichkeiten eröffnen.

Und das kommt von jemandem, der wirklich ungern seine Komfortzone verlässt und sich immer wieder selbst in den Hintern treten muss. Aber es lohnt sich und ist es sowas von wert! Denn: „Dein Leben beginnt dort, wo deine Komfortzone endet.“

 

Allerliebste Grüße schickt euch,

eure Gina